Lammfellgurt – Christ vs. Mattes

Im Jahr 2010 habe ich mir meinen ersten Lammfellgurt gekauft. Es war ein Mattes Mondgurt mit abnehmbarem Lammfell.
Jedoch bekam ich 2015 durch die Firma Pa-Do Reitsport die Möglichkeit einen Mondgurt der Firma Christ zu testen.
Mittlerweile habe ich wieder einen Mondgurt der Firma Mattes, dieses Mal mit fest vernähtem Lammfell. Da ich den anderen Gurt auch einige Monate lang hatte, konnte ich somit beide miteinander vergleichen.
Leider gibt es noch immer viele Pferde, die einen viel zu kurzen Gurt haben. Ich muss zugeben, dass auch mein alter zu kurz war – da mir ein kompetenter Ansprechpartner fehlte. Letztendlich habe ich mich selbst etwas mit dem Thema auseinander gesetzt und festgestellt, dass der Gurt eigentlich zu kurz ist.

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Ich habe an Pa-Do Reitsport dann ein Bild von Blue und meinem vorherigen Gurt geschickt, aufgrund meiner Angaben wurde mir eine passende Größe empfohlen welche ich genommen habe. Die Beratung war wirklich super und die Größe hat letztendlich perfekt zu Blue gepasst (20cm länger war er letztendlich). Der Gurt war weder zu kurz noch zu lang und ich habe auch noch einen Spielraum, welcher Gewichtsveränderungen von Blue zulässt.
Ein Gurt sollte lang genug sein und im Idealfall (bei Kurzgurten) eine Handbreite unter dem Sattelblatt enden. Ansonsten kann es nämlich passieren, dass die Schnallen im Ellbogenbereich scheuern, da das Pferd in der Bewegung dagegen stößt. Gerade anatomisch geformte Gurte sind so geschnitten, dass sie im Ellbogenbereich ausgeschnitten sind. Hat man die falsche Länge, so liegt die Aussparung natürlich an der falschen Stelle.

Christ Mondgurt
Ich habe den Christ Mondgurt in sämtlichen Situationen getestet und war sehr zufrieden. Das Material ist sauber verarbeitet und der Gurt sehr leicht.
Sofern man die passende Größe hat, liegt der Gurt schön am Pferdebauch und es ist genug Ellenbogenfreiheit vorhanden.
Wie man es von Christ ja kennt ist der Gurt also wirklich von guter Qualität und wie ich finde auch zu einem angemessenen Preis.
Mein Sattel ist nie gerutscht, egal ob es im Galopp bergauf oder -ab ging, immer lag der Sattel da wo er hingehört. Insgesamt bekam ich auch von Blue ein positives Feedback zu dem Gurt. Da er normal direkt mitteilt wenn irgendwo was stört oder zwickt.
Blue lief mit dem Gurt wirklich toll und sehr locker. Von daher was die Verarbeitung, die Passform und auch den Tragekomfort für das Pferd betrifft, ist der Christ Mondgurt definitiv eine gute Wahl. Ich persönlich war sehr zufrieden mit dem Gurt.

Mattes Mondgurt
Wie erwähnt, hatte und habe ich einen Mattes Mondgurt. Zuerst mit abnehmbaren Lammfell und jetzt mit festvernähtem. Im Vergleich zu dem Christ Gurt war das Lammfell abnehmbar, der Gurt war schwerer und dadurch nicht so leicht biegsam und die Rollschnallen waren mit einem Draht, sodass der Dorn selbst ins Loch geht. Auch mit diesem Gurt war ich immer sehr zufrieden. Der Sattel blieb dort wo er hin gehörte und Blue lief sehr locker damit. Die Qualität und die Verarbeitung des Gurtes war gut und hat lange gehalten. Da mein erster Gurt zu kurz war, habe ich ihn anschließend verkauft, ansonsten hätte ich ihn sicherlich noch immer.

lammfellgurt

Mattes vs. Christ im Vergleich
Die Rollschnallen von meinem Mattesgurt sind nach meinem Empfinden etwas „sauberer“ gerollt. Man kann gut nachgurten, egal ob von unten oder oben, jedoch „stockt“ es bei dem Christgurt gelegentlich.
Man muss dazu sagen, dass das Meckern auf ganz hohem Niveau ist und ich von meinem Mattesgurt vielleicht etwas verwöhnt war.
Grundsätzlich kann ich sagen, dass beide Gurte gut sind. Sowohl von der Qualität als auch vom Tragekomfort fürs Pferd. In der Benutzung konnte ich eigentlich keinen Unterschied feststellen. Daher ist der leichte etwas biegsamere Gurt von Christ definitiv nicht im Nachteil.
Anfangs dachte ich, dass mir das abnehmbare Lammfell vielleicht fehlen wird, doch auch da muss ich sagen – es hat Vor- und Nachteile. So gibt es bei dem abnehmbaren Lammfell natürlich mehr Stellen wo sich Schmutz reinsetzen kann und wo man ihn so leicht nicht mehr weg bekommt. Zusätzlich ist es schwierig den Klettverschluss (womit man das Lammfell am Gurt befestigt) sauber zu halten. Immer wieder setzen sich Haare an der Stelle fest. Besonders im Fellwechsel ist das sehr mühselig. Daher habe ich mich anschließend für ein festvernähtes Lammfell entschieden, da ich es etwas „pflegeleichter“ finde. So ist es am Gurt, behält die Größe und es werden keine weiteren Räume geschaffen wo sich der Dreck sammeln kann. Natürlich muss man dann immer den gesamten Gurt waschen, aber das empfinde ich jetzt nicht als schlimm.
Bei dem Christ Gurt haben mir ehrlich gesagt etwas die „automatischen“ Schnallen gefehlt. Man hat nicht das Problem, wenn man auf dem Pferd nachgurtet, dass der Dorn runter fällt und die Schnallen beim Mattes Gurt rollen wirklich einwandfrei. Das Nachgurten empfinde ich daher als angenehmer.
Der Nachteil an diesen „automatischen Rollen“ ist natürlich wenn man den Gurt löst, dass man den Dorn von der Gurtstrippe wegziehen muss. Wobei ich persönlich sagen muss, hat man sich daran gewöhnt ist das kein Problem.
Da ich häufig im Gelände unterwegs bin und oft vom Pferd aus nachgurte empfinde ich die Schnallen vom Mattes Gurt als einfacher und angenehmer.

Das ist aber wirklich Meckern auf hohem Niveau. Insgesamt ist der Christ Gurt genauso gut wie der von Mattes. Mir persönlich war der Christ Gurt vor allem vom Gewicht her etwas angenehmer, da der Mattes Mondgurt doch recht schwer gegen den von Christ ist.
Alles in allem sind beide Gurte wirklich toll, wenn auch mit kleinen Unterschieden. Worauf man da sein Augenmerk legt, liegt wirklich bei den eigenen Vorlieben.
Der Gurt ging nur zurück, weil ich vermutlich mit den Schnallen auf Dauer nicht glücklich geworden wäre. Mir hätten diese auf lange Zeit sicher gefehlt, auch wenn ich den Christ Mondgurt gerne behalten hätte.
Nun habe ich einen Mattes Mondgurt mit fest vernähtem Lammfell und meinen „automatischen“ Rollen.

Pflege

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Wer selbst schon mal Lammfell hatte weiß, dass man dieses auch entsprechend pflegen muss, damit es lange schön bleibt. Lammfell soll temperaturausgleichend und antibakteriell wirken. Es kann einiges an Feuchtigkeit aufnehmen bevor es sich feucht anfühlt und soll den Druck gut verteilen.
Im Sommer schwitzt Blue nicht mehr mit dem Lammfellgurt, als mit anderen Gurten. Im Gegenteil ich habe eher das Gefühl, dass er weniger schwitzt.
Nach dem Reiten lasse ich den Gurt trocknen, Lammfell sollte man jedoch nie in der Sonne oder auf der Heizung trocknen, am besten in einem gut durchlüftetenden Raum ohne viel Feuchtigkeit. Nachdem der Gurt trocken ist, bürste ich ihn mit einer speziellen Lammfellbürste von Christ durch. Anfangs habe ich eine „normale“ Bürste zum ausbürsten genommen, jedoch erzielt man mit einer speziellen Lammfellbürste m.M.n. viel bessere Ergebnisse. Das Lammfell sieht anschließend aus wie neu und ich habe gute Erfahrungen mit der Lammfellbürste von Christ gemacht.
Was das Waschen betrifft, so gibt es unterschiedliche Meinungen. Die eine besagt, dass man Lammfell nicht zu oft waschen sollte, da sonst das Leder austrocknet bzw. es eine zu große Belastung für das Lammfell wäre. Andere wiederum sagen, dass man das Lammfell oft waschen soll, da der Schweiß schaden kann.
Egel welchem Grundsatz man folgt, Lammfell sollte immer mit einem Spezialwaschmittel gewaschen werden, was rückfettend ist. Ohne Weichspüler oder sonstige Bleichmittel, bei höchstens 30 Grad. Beim Trocknen zieht man das Lammfell am besten immer wieder in Form und auch hier gilt natürlich nicht mit Hitze (Sonne/Heizung) trocknen.
Nach dem Waschen, sofern der Gurt trocken ist, einfach noch mal mit der Lammfellbürste durchbürsten und der Gurt sieht aus wie neu.

 


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