Reiten ohne Helm?

Das Thema kommt ja doch immer wieder auf, auch wenn auf meinen Seiten solche Diskussionen i.d.R. sehr nett verlaufen.
Vorweg möchte ich sagen, dass der Beitrag nicht falsch verstanden werden soll, daher ist es sinnvoll ihn komplett zu lesen.
Nicht selten sind Kommentare zu lesen wie „Du bist ein Vorbild, wieso reitest Du ohne Helm?“. Ob nun wirklich jemand ohne Helm reitet, nur weil ich es tue sei mal dahin gestellt. Denn die Sache mit der Vorbildfunktion wird meiner Meinung nach zum Teil etwas falsch verstanden.
Das soll nicht heißen, dass ich ein absoluter Befürworter vom Reiten ohne Helm bin.
Bei Ausritten und Reitstunden bin ich bis zu meinem 18. Lebensjahr eigentlich immer mit Helm geritten. Obwohl viele meine reiterlichen Vorbilder ohne Helm geritten sind, stand es für mich nie zur Diskussion deswegen auch ohne zu reiten.
Ich habe das Thema bewusst nie groß angesprochen, weil ich eigentlich niemandem eine Rechenschaft schuldig bin – jeder ist für sich selbst verantwortlich.
Warum ich jetzt doch darüber schreibe? Weil sich vieles verändert hat und es vielleicht Menschen gibt, die ein ähnliches Problem haben.
Ich reite nicht ohne Helm, weil ich meinem Pferd vertraue (stolpern kann jedes Pferd).
Ich reite nicht ohne Helm, weil ich denke ich mache mir mit die Frisur kaputt (welche Frisur?).
Ich reite nicht ohne Helm, weil ich finde es ist cool oder „schick“.
Ich reite nicht ohne Helm, weil mir mein Leben egal ist oder ich „kein Hirn habe“.
Das wird einem ja oft unterstellt, wenn man ohne Helm reitet. Trifft bei mir jedoch nicht zu.

helm
Da ich als Kind immer mit Helm geritten bin, gab es eine Sache wodurch ich zum Reiten ohne Helm kam. Auf unserer Weide kann man nur schlecht Dinge lagern (wegen Mäusen etc.) somit wurde auch ein Helm zerfressen. Da ich noch nicht mobil war, entwickelte sich das Reiten ohne Sattel und Trense. Immerhin war auf der Weide nichts außer einem Halfter, da eben kein Helm auf der Weide war, dann auch ohne Helm.
Nachdem ich gelegentlich ohne Helm geritten bin habe ich gemerkt, dass ich ohne viel lockerer und entspannter bin. Denn ich habe ein Problem, was viele Menschen nicht wirklich ernst nehmen – ich leide unter Migräne.
Teilweise habe ich sehr heftige Migräneanfälle, wo ich manchmal nicht mal wirklich ansprechbar bin. Ich wurde diesbezüglich komplett durchgecheckt und habe viele Dinge schon ausprobiert und verändert, wodurch es besser ist als vor ca. 10 Jahren.  Doch gerade Stress, Wetterumschwünge, lange Autofahrten etc. führen bei mir oft zu Kopfschmerzen. Je nach Zopf bekomme ich sogar davon Kopfschmerzen. Deswegen mache ich meine Haare wenn nur mit Haarklammern zusammen, selten mit einem Haargummi.
Und ja, ich bekam teils sogar vom Helm während oder nach dem Reiten Kopfschmerzen (obwohl dieser von der Größe passte und nicht gedrückt hat). Dadurch verspannt man sich, ist nicht mehr so locker und irgendwie verliert man sogar etwas die Lust.
Die Entwicklung von Helmen war damals noch lange nicht so wie heute. Viele waren sehr schwer und der Tragekomfort sowie die Belüftung ließ zum Teil zu wünschen übrig.
Ich reite ohne Helm, weil ich zumindest dadurch keine Migräneanfälle mehr bekomme.
Ehrlich gesagt habe ich bis jetzt einfach keinen Helm gefunden, der diese Reaktion nicht auslöst. Natürlich reite ich Fremdpferde i.d.R. schon mit Helm, weil ich diese eben nicht so gut kenne wie Blue z.B., da muss ich eben durch.
Vielleicht hat jemand von euch ja ein ähnliches Problem und kann sogar einen Helm empfehlen, der nicht zu schwer ist und angenehm sitzt? Denn mir ist es ehrlich gesagt doch zu teuer X Helme durch zu probieren um endlich einen zu finden, der keine Migräne bei mir auslöst.

helm1
Ich würde definitiv öfter einen tragen, wenn ich einen hätte der für meinen Kopf keine Probleme bereitet. Wobei man auch mit Helm blöd fallen kann.
Jedoch bin ich schon dafür, dass man einen Helm tragen sollte. Denn einen Helm zu tragen hat nichts damit zu tun, dass man ein ängstlicher Reiter etc. ist. Aber auch nicht jeder Reiter der ohne reitet bedient das Klischee.
Letztendlich bin ich aber jemand der sagt, dass jeder die Entscheidung für sich selbst treffen muss.
Was man so hört, so nimmt man viele Helme gar nicht mehr so richtig wahr. Die Belüftung ist besser und sie sind angenehm zu tragen. Vielleicht hat ja jemand von euch einen Tipp für Menschen, die am Kopf sehr empfindlich sind und ebenfalls Probleme mit Migräne haben. Möglicherweise liest hier sogar jemand mit, der das gleiche Problem hat?
Ich würde mich freuen, wenn die Diskussion darüber ebenfalls so fair und ohne Beleidigungen verläuft, wie das bis jetzt immer der Fall war.
Helmdiskussionen arten ja regelmäßig aus, daher finde ich es wichtig auch mal eine andere Seite zu beschreiben, von der ich bis jetzt noch nichts groß gehört habe. Entweder ich bin einfach doch die einzige, die so einen „seltsamen“ Kopf hat. Oder es trifft sogar mehr als man denkt, die sich aber aufgrund der vielen Diskussionen nicht trauen das zu äußern. Denn gerade Migräne ist leider ein Thema, wo einem oft unterstellt wird, „man solle sich nicht so anstellen“ oder aber es wäre bloß „Einbildung“. Wer selbst davon betroffen ist weiß, wie schwierig dieses Thema ist. Gerade was den Auslöser oder die Behandlung betrifft.
Jeder der Kopfschmerzen/Migräne nicht kennt sollte froh darüber sein. Ich würde direkt tauschen!


10 Gedanken zu “Reiten ohne Helm?

  1. Ich hatte früher, also vor ca. 40 Jahren in meiner Reiterzeit nur bei den Fuchsjagden einen Helm auf. Wenn ich mit meinem Pferd im Gelände war, hatte ich nie einen Helm auf. Übrigens aus dem selben Grund wie Du, wegen Migräne! Selbst in meinen Urlauben, in denen ich geritten bin, trug i h keinen Helm. Allerdings glaube ich, ist das heute Pflicht. Schon aus Versicherungstechnischen Gründen.

    Mein Fazit, wie Du auch schon gesagt hast, dass muss jeder für sich selbst entscheiden!

    Ich würde dennoch raten, abzuklären wie es eben im Versicherungsrecht geschrieben steht, wenn ein Unfall ohne Helm passiert bzw. zahlt die Versicherung in diesem Fall?

    Ich kann mir auch vorstellen, dass ein Helm bei akrobatischen Übungen, wie Du sie machst, schlichtweg stört.

    Trotzdem, vielleicht klärst Du es Mal mit Deiner Unfallversicherung ab, nur so als Tipp!😉😊❤

    LG Babsi

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    1. Hallo Babsi,
      Danke für den Tipp, aber da habe ich bei der Versicherung schon drauf geachtet. Dort wo Blue versichert ist, ist das reiten ohne Helm mitversichert. Genauso wie reiten ohne Sattel und gebisslos. 😊
      Wenn geht es auch nur ums reiten, wenn ich auf Blue herumturne, werde ich sowieso nie einen Helm tragen. Da er je nach Bewegung einfach stört oder dem Pferd auch weh tun könnte (bei einer Rolle z.B.)
      LG Aline

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  2. Hallo Aline,
    Ich habe meinen Helm eine zeit lang weggelassen, weil ich damals eine Reitbeteiligung hatte, die super brav war. Da konnte die gesamte Abteilung buckelnd dran vorbeiziehen, aber sie blieb ruhig. Damals war ein sehr heißer Sommer und ohne Helm war es angenehmer.
    Mittlerweile reite ich wieder mit Helm. Auch jedes noch so brave Pferd kann stolpern und stürzen. Das ist mir auch schon passiert. Zum Glück trug ich den Helm, der war danach nämlich gebrochen.
    Ich habe übrigens nen Helm vin Uvex und bin sehr zufrieden. Schön leicht und die weite ist individuell einstellbar

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  3. Habe auch oft Migräne. Ist aber besser geworden seitdem ich meine Ernährung umgestellt habe. Körperlich konnte auch kein Arzt was finden. Hatte zeitweise mehrere Tage die woche sehr starke migräne auch mit erbrechen und aura. Hat sich nun auf 1-3 mal im Monat mit seltener erbrechen reduziert.. Wobei ich auch sagen muss, dass ich vom helm enormen drück verspüre auch wenn er nivht drückt. Nur fühlt es sich so an..
    Hoffe für dich dass du was wegen deiner Migräne findest das dir hilft.. 💕

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    1. Ich hatte zeitweise auch eine Migräne mit Aura. Zum Glück schon seit 2 Jahren nicht mehr, nachdem ich ebenfalls ein paar Sachen umgestellt habe.
      Vielleicht finde ich ja was passendes. Habe schon ein paar konkrete Vorschläge bekommen.

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  4. Hey! Ich leide leider auch oft unter Migräne, zwar nicht so soft und stark wie du wenn ich das so beurteilen kann. Ich liebe meinen Uvex Exxential Helm. Er kostet 99€ und ist wirklcih leicht und gut belüftet. Je nach Wetter sind die Luftzufuhr Löcher teilweise so gebaut dass man sie schließen kann und man Spürt den helm wirklich garnicht. Es ist schon des öfteren vorgekommen dass ich mit Helm Gemistet habe oder gehen wollte weil man ihn einfach überhaupt nicht spürt. zudem finde ich den Helm sogar recht hübsch 😀

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  5. Ein toller Beitrag. Im ersten Moment dachte ich „Oh weh. Ohne Helm. Naja.“ Aber im Grunde denke ich mir immer, jeder macht es so wie er es für richtig hält. Dachte beim Lesen auch, vielleicht hängt das mit was ganz anderem zusammen, weshalb sie vielleicht keinen Helm tragen kann.

    Persönlich bin ich der totale Helm träger. Schaue sogar blöd wenn jemand ohne reitet, weil ich mir bei manchen denke, dass es tatsächlich aus reinem „Ich mach mir die Haare kaputt“ oder „schaut nicht schick aus“ resultiert. Kommentieren tue ich es aber nicht groß. Jedem das seine :).
    Vielleicht habe ich da auch mein persönliches Träume. In meiner Laufbahn zweimal vom Pferd gefallen. Beide male von meinem eigenen Pferd, dass ich eigentlich immer als sehr zuverlässig eingestuft habe, im Gelände. Und beim zweiten Flug habe ich mir, gut 30 Minuten vorher überlegt, ob ich bei dieser Strecke überhaupt einen Helm bräuchte. Entschied mich dann pro Helm.

    Das soll jetzt aber keinen falls ein Angriff sein 🙂

    Liebe Grüße

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