Die Auwaldzecke

Auwaldzecke

Ich gebe zu, bis vor kurzem wusste ich nicht mal, dass es solch eine Zeckenart gibt. Das, was diese Zecke bei uns angerichtet hat, hatten wir noch nie.
Da diese Zeckenart noch recht „unbekannt“ ist und ich sehr oft gefragt wurde, habe ich beschlossen darüber etwas genauer zu berichten – vor allem wie wir behandeln.
Eigentlich erkennt man die Zecke sehr gut, denn sie ist etwas größer als die normalen Zecken und lässt sich auch leicht entfernen. Noch dazu ist sie „bunt“ gemustert. Meiner Meinung nach ist der „Panzer“ etwas härter, ich musste schon Gewalt anwenden um sie klein zu bekommen.
Wir haben diese Zecke anfangs nur im Mähnenkamm vorgefunden. Je nach Länge und dicke der Mähne muss man schon sehr genau suchen, da sie sich gut verstecken. Allerdings können Sie auch an der Schweifrübe sitzen oder bei Pferden mit viel Winterfell, findet man sie auch unter der Mähne am als oder am restlichen Körper.

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Bilder vom 1. Tag

Ich habe gesehen, dass Blues Hals voller Eiter war. Als ich genauer geguckt habe, sah ich einige offene Stellen unter der Mähne und im Mähnenkamm. Die Zecke habe ich da jedoch noch nicht gefunden. Erst später, als ich Salbe auf die Stelle machen wollte fand ich durch Zufall die Zecke. Insgesamt habe ich ca. 2 Zecken an dem Abend gefunden.
Ich konnte absolut nichts damit anfangen und war ehrlich gesagt geschockt, wie der Mähnenansatz zugerichtet wurde. Ich schickte einem Bekannten, der Tierarzt ist, Bilder von der Zecke und fragte ihn ob er wüsste was das ist. Er fand für mich heraus, dass es eine Auwaldzecke war. Diese sind tatsächlich schon ab März aktiv und überleben wohl auch härtere Winter (immerhin hatten wir einige Wochen lang um die – 10 Grad).

Am nächsten Tag fand meine Mutter bei Bärli ebenfalls so eine Zecke, auch sie hatte offene Stellen an der Mähne. Bei Blue fand ich nochmal zwei Zecken und bei Melody eine. Wir haben dann die betroffenen Stellen bei allen 3 Pferden mit lauwarmen Wassern abgewaschen. Die Bürste habe ich vorher und nachher desinfiziert. An den offenen Stellen muss man natürlich etwas aufpassen, aber so haben wir zumindest den getrockneten Eiter entfernt bekommen. Mit einem Handtuch habe ich die Mähne und den Hals abgetrocknet.

Nachdem alles getrocknet war, habe ich das Juckreizöl von Ewalia drauf gemacht. Das hatte ich noch vom letzten Sommer und ist auch für offene Stellen geeignet.
Da wir ja direkt was zum Behandeln gebraucht haben, habe ich das genommen und in den Mähnenansatz massiert. Seitdem haben wir keine Zecken mehr in der Mähne gefunden.
Natürlich brauchte die Haut etwas Zeit um sich zu erholen.
Ein Bild vom ersten Tag habe ich leider nicht, bloß die Bilder von oben. Aber wenn ich sage, dass das schon besser aussieht, könnt ihr euch vielleicht vorstellen wie es anfangs aussah. Ich habe beim sauber machen und auch beim Auftragen des Juckreizöl einen Handschuh getragen (für jedes Pferd einen eigenen), weil es zum einen schon sehr eklig war und zum anderen die Wunden offen waren.

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Einen Tag nach der 1. Behandlung
Auwaldzecke Update
Die Mähne 2 Wochen nachdem ich das erste Mal behandelt habe.

Update (2022)

Mittlerweile sind einige Jahre mit der Auwaldzecke vergangen und wir haben das Problem gut im Griff.
Zum einen kontrollieren wir gerade im Frühjahr Mähne und Schweifrübe regelmäßig. Zusätzlich sprühen wir vorsorglich Beine, Kopf und Mähne mit Fliegenspray ein, was die Zecken abhält. Denn die Zecken kommen häufig über die Beine bzw. den Kopf ans Pferd. Dort habe ich auch schon einige krabbelnd entdeckt, den größten Schaden richten sie aber tatsächlich am Mähnenkamm an, da sie warme Stellen bevorzugen.
Gerade im Frühjahr muss man wirklich täglich das Pferd kontrollieren. Hat es dann doch mal eine Auwaldzecke zum Mähnenkamm geschafft, sprühe ich die krustige Stelle mit Biorepell ein. Es kam sogar schon vor, dass ich die Mähne kontrolliert habe, nichts gefunden hatte und nach dem einsprühen mit Biorepell kamen sie dann plötzlich aus der Mähne gekrabbelt. Auch unter der Mähne habe ich schon Zecken im Fell gefunden und gefühlt werden sie von Jahr zu Jahr aggressiver.
Das Biorepelle Horse Protect kann man bedenkenlos auf offene Stellen sprühen. Auch vorbeugend hat es sich als absolutes „Wundermittel“ erwiesen.
So haben wir eine gute Routine entwickelt und die Mähne sah seitdem nicht ansatzweise so aus wie auf den Bildern oben, was natürlich auch für die Pferde angenehm ist.
An der Mähne benutze ich das Biorepell ähnlich wie Mähnenspray, was schnell erledigt ist. Für uns also perfekt und der Grund, weswegen wir das Fliegenspray i.d.R. schon ab März, lange vor der eigentlichen Fliegen- und Bremsenzeit, benutzen. Vorbeugend behandeln, hat sich für uns also absolut bewährt.

Es gibt auch eine Krankheit, die diese Zeckenart übertragen kann, das ganze nennt sich Pferdepiroplasmose. Diese Krankheit kann sogar bis zum Tod führen. Wer näheres darüber erfahren möchte (Symptome etc.) auf http://www.pferde.de gibt es HIER einen ausführlichen Bericht darüber, der sehr lesenswert ist.


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