Hilfe, ich hab ein Montagspferd

Wir alle kennen mit Sicherheit ein Montagspferd oder besitzen selbst eines. Vorneweg sei gesagt, als Besitzer eines solchen Pferdes hat man meistens einen ausgeprägten Galgenhumor, anders wird man nämlich wahnsinnig.
Ich habe auch so ein Exemplar auf der Weide stehen. Neigt zur Selbstverstümmelung, wird vom Pech verfolgt und nimmt sämtliche Krankheiten etc. mit von denen man vorher noch nicht mal wusste, dass sie überhaupt existieren. Kurz, ein kleiner Unglücksrabe, meistens mit einem überaus guten Schutzengel bestückt, der regelmäßig Überstunden leisten muss.Montagspferd
Wenn ich manchmal so an alles zurück denke, dann ist es echt erstaunlich, dass Blue noch lebt. Wir haben schon einiges durch und bei manchen Sachen würde ich echt gerne mal wissen wie er DAS hinbekommen hat. Die gebrochene Kniescheibe sowie ein abgebrochener Schneidezahn zählen da sicher zu den „außergewöhnlicheren“ Dingen. Kleine Macken und Wunden sind fast an der Tagesordnung. Ansonsten wären da noch verstopfte Tränenkanäle, Zerrungen, Verspannungen, Nachtblindheit, blutiger Ballentritt, dicke Quaddeln am ganzen Körper (Ausschlag), dicke Backe, Festliegen usw.. Das nur mal als kleiner Auszug, wobei da noch einiges fehlt.
Vor einigen Jahren sah ich auf der Weide eine Bremsspur die unter das Wasserfass führte. Unsere Weiden sind wirklich groß und eigentlich steht u.a. das Fass so, dass genug Platz drum herum ist. Als ich die Bremsspur sah, war mir sofort klar wer das war. Es konnte nur Blue gewesen sein. Relativ schnell fand ich dann auch die entsprechenden Verletzungen am Pferd. Ansonsten musste Blue schon mehrmals befreit werden, da er sich entweder an einem Baum, unterm Zaun oder um einen Pfosten fest gelegt hatte und nicht mehr los kam. Neben den Tierarztkosten, kostet so ein Pferd vor allem viele Nerven. Ich glaube selbst wenn ich ihn in Watte packen würde, er würde einen Weg finden sich zu verletzen. Egal wie sicher man die Weide etc. macht irgendwo findet er etwas, zur Not fällt er über die eigenen Hufe.
Mit der Zeit findet man sich damit ab, dass das Pferd ständig irgendwas hat. Man wird aber auch etwas entspannter und lernt vieles selbst zu behandeln. Die Nummer des Tierarztes ist selbstverständlich so im Handy hinterlegt, dass sie direkt gewählt werden kann. Die Tierarztrechnungen werden natürlich bezahlt und schon mit einberechnet.
Es gibt im Prinzip zwei verschiedene Arten von „Montagspferden“. Zum einen die, die zwar ständig etwas haben, wo jedoch das Ausmaß der Verletzung eher gering ist und natürlich die, wo eine Katastrophe die nächste jagt. Auch wenn Blue ebenfalls schon für die ein oder andere Katastrophe gesorgt hat, so würde ich ihn dennoch der einfacheren Variante zuordnen. Er hat zwar ständig irgendwas, aber meistens kommt er gut dabei weg. Aber was will man groß machen, wenn man ein solches Exemplar erwischt hat? Man akzeptiert es und versucht damit zu leben. Ändern kann man es sowieso nicht. Ja, auch ich frage mich manchmal, wieso genau mein Tier so unfassbar tollpatschig ist. Aber irgendwie kann ich ihm noch nicht mal böse sein, wenn er mich total unschuldig anguckt. So ist er halt, auf jeden Fall bleibt es spannend wann und was als nächstes passiert. Ich bin mir sicher, die nächste Verletzung etc. lässt nicht lange auf sich warten. Ich versuche es mit Humor zu nehmen und hoffe, dass unser Schutzengel auch weiterhin gute Arbeit leistet.
Ansonsten kann ich zum schmunzeln dieses Video nur empfehlen:


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