Warum ich in der Social Media Welt eigentlich völlig verkehrt bin

Zugegeben, ich bin schon einige Jahre „online“.
In den letzten Jahren hat sich sehr viel verändert und ich bin da eben irgendwie „mitgeschwommen“. Jedoch muss ich ganz klar sagen, wäre ich nicht schon vor den ganzen Veränderungen im Internet vertreten gewesen, ich würde mich heute ganz klar dagegen entscheiden. Hätte es meine Facebookseite und den YouTube Account damals nicht gegeben, so wären wir nicht im Internet zu finden, zumindest nicht so wie es heute ist. Heute geht es oftmals nur um Reichweite und „berühmt“ sein – mir geht es ums Pferd.
Schon von Anfang an ist das bei uns so, egal ob Training, Haltung oder was es sonst noch so gibt. Wer uns folgt weiß, ich erzähle selten etwas aus meinem Privatleben und ich versuche mich im Hintergrund zu halten. Wie viele Bilder findet man auf unserer Seite, ohne, dass ein Pferd mit drauf ist? Nicht viele. Das mag für den ein oder anderen komisch klingen, aber ich fühle mich immer wieder ziemlich Fehl am Platz.
Für mich ist Blue der wichtigere Teil in unserem Team, obwohl ein Team natürlich nicht alleine funktioniert. Dennoch versuche ich – so gut es geht – meine Person im Hintergrund zu halten.
Ich bin ganz schlecht darin mich selbst zu vermarkten und stehe nicht gern im Mittelpunkt. Wenn ich auf Messen etc. bin, dann fühle ich mich immer etwas seltsam. Irgendwie denke ich, dass Blue eigentlich hier stehen müsste, denn er ist doch der wahre „Star“ von uns beiden. Wahrscheinlich würde der die Aufmerksamkeit sogar genießen.
Oftmals unterstellt man mir, dass ich arrogant bin, denn ich renne eben nicht auf jeden zu und gehe davon aus, dass er mich kennen müsste. Ich erzähle meistens nicht wer ich bin und halte mich eher im Hintergrund. Wenn jemand mit mir sprechen möchte, dann super gerne aber ich zwinge mich nicht auf. Grundsätzlich bin ich gerne unter Menschen, vor allem wenn man auf einer Wellenlänge ist. Aber ich brauche eben eine Weile und falle nicht jedem direkt um den Hals. Das ist nicht böse gemeint, sondern so bin ich einfach. Genau diese Eigenschaften passen eigentlich so gar nicht zu einem „Bloggerleben“.
Wenn ich wirklich starke Einblicke in diese Bloggerwelt bekomme, dann kommt mir oftmals der Gedanke: „Hilfe, Du musst hier weg – lösch alle Deine Accounts, Du gehörst hier nicht hin.“
Ja, da fühle ich mich vollkommen fehl am Platz und damit ist nicht gemeint, dass allgemein die ganzen Blogger total unsympathisch sind. Es gibt durchaus super liebe Menschen, die vollkommen normal sind und mit denen man echt Spaß haben kann.
Wer als Blogger groß werden will, der muss jedoch vor allem sich selbst vermarkten. Das liegt mir nicht und ist auch nicht mein Ziel.
Ich bin ein sehr ehrlicher Mensch, was in der social Media Welt je nach Bereich sehr hinderlich sein kann. Denn wenn ich Menschen folge, dann weil ich ihnen folgen will. Was ich hingegen nicht mache ist „ich folge jemandem in der Hoffnung er folgt mir zurück und dann lösche ich denjenigen wieder raus.“ Eine ziemlich gängige Praktik, was mir ehrlich gesagt zu blöd ist und was größere Seiten bei mir ebenfalls schon gemacht haben. Kommt öfter vor als man denkt, egal wie groß oder klein eine Seite ist. Natürlich gibt es auch Seiten die „ehrlich“ groß geworden sind – ohne fragwürdige Aktionen.
Außerdem sehe ich nicht ein Geld zu zahlen für unsere Seiten um z.B. eine bessere Reichweite zu bekommen. Egal ob einen Beitrag bewerben oder Follower kaufen, beides sind Sachen die mir nie in den Sinn kommen würde. Immerhin verdiene ich im Internet nicht mein Geld, ich mache das als Hobby.
Der Grund wieso ich trotzdem noch nicht alles über den Haufen geworfen habe sind tatsächlich viele liebe Nachrichten die ich bekomme. Es ist schön zu merken, dass man trotzdem eine ganze Menge erreichen kann, obwohl man eben keine „Rampensau“ ist.
Daher mache ich weiter mein Ding und versuche den ein oder anderen Anstoß zu geben, um die Pferdewelt ein bisschen besser zu machen. Eben indem ich von meinen Erfahrungen spreche, Denkanstöße gebe oder mein Wissen mit euch teile. Unsere Seite polarisiert zwar nicht, aber die Wirkung die wir haben ist nicht zu unterschätzen. Oftmals überrascht mich das selbst immer wieder.
Auf unseren Seiten ging es schon immer ums Pferd und das wird auch so bleiben. Damit werde ich zwar sicher nicht „berühmt“, was aber vollkommen in Ordnung ist. Ich persönlich freue mich für jedes Pferd, dessen Leben ich mit dem was wir im Internet fabrizieren etwas verbessern kann. Von daher bin ich sehr zufrieden, so wie es ist. Vielleicht werde ich dieser „social Media Welt“ irgendwann den Rücken kehren, weil es möglicherweise nie meine Welt werden wird. Manchmal denke ich wirklich, dass ich zu alt für das ganze bin. Aber aktuell mache ich weiter das worauf ich Lust habe, egal was die „Zahlen“ sprechen. Irgendwie mag ich meine kleine „Außenseiterwelt“ auch, daher werde ich mich vorerst noch nicht so schnell verabschieden.


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