Erfahrungsberichte – Was hilft bei Arthrose?

Seit ich die Diagnose Arthrose von Blue veröffentlicht habe, erreichen mich wahnsinnig viele Nachrichten zu dem Thema. Teilweise erzählen mir Menschen ihre Geschichte oder sie wollen Tipps über das richtige Mittel etc. geben. Ich denke nach der Diagnose muss jeder seinen eigenen Weg finden, nicht jedes Mittel schlägt bei jedem Pferd gleich an. Die Erfahrungsberichte sind deswegen sehr unterschiedlich. Der Beitrag ist dafür gedacht, dass man Anregungen bekommt und jeder das passende für sich und sein Pferd findet. Oftmals gibt der Tierarzt einem nach der Diagnose schon einiges mit auf den Weg was man beherzigen sollte, immerhin kennt dieser die Problematik vom Tier am besten. Klar ist auch, dass Haltung und Training bei einem Arthrosepferd eine große Rolle spielen.  Kontrollierte Bewegung ist, natürlich immer abhängig vom Zustand des Pferdes, für viele Arthrosepferde gut.
In diesem Blogbeitrag geht es ausnahmsweise mal nicht um Blue und mich, sondern um die Erfahrungsberichte von anderen.
Unser Mittel ist u.a. auch dabei und in einem Beitrag habe ich ja bereits geschrieben was wir füttern. Das könnt ihr hier nachlesen: Arthrose – Fütterung und Training

Mandy und Herztraum (14), Spat und Karpalgelenksarthrose
Mein Trakehner Wallach ist 14 Jahre alt und ging Dressurturniere bis L Dressur, zuhause haben wir die ersten M Lektionen erarbeitet. Als ich ihn gekauft habe war er 4,5 Jahre alt und hatte schon Spat. Wir kamen aber sehr gut damit zurecht. Gute Gymnastik, viel Schritt, viel raus und Equitop Gonex haben jahrelang den Spat zum Stillstand gebracht. Im Dezember 2016 hatten wir zusammen einen schlimmen Sturz. Er hatte das Nackenband überdehnt, einen Muskelfasserriss in der Schulter und mehrere Wirbel draußen. Nach längerer Pause haben wir wieder angefangen und es lief erst gut. Plötzlich lief er aber nicht mehr so locker, die fliegenden Wechsel klappten nicht mehr und die Traversalen wurden immer schiefer. Also wieder ein Osteopath. Nach einiger Behandlungszeit wieder antrainiert und es kam wieder genauso. Also habe ich ihn röntgen lassen. Nach dem Sturz war an den Beinen nichts zu sehen. Sie waren nicht dick oder warm. Trotzdem hatte sich nun auch Karpalgelenksarthrose gebildet. Zu dem Zeitpunkt war er erst 12 Jahre alt. Wir haben mit vielen Zusatzmitteln, Blutegel, Back on Track usw. versucht ihn wieder fit zu bekommen aber das Laufen fiel ihm immer schwerer. Ich beschloss dann im November 2017 ihn in Rente zu schicken und ihm das zurück zu geben, was er mir jahrelang gegeben hat.
Im Januar/Februar 2018 ging es ihm dann so schlecht, dass er nur noch wenig fraß, keinen Kontakt mehr zu anderen Pferden oder mir haben wollte und mich sogar versuchte zu beißen, wenn ich ihn zum Spaziergang bewegen wollte.
Zwei Tierärzte und auch seine Physiotherapeutin wussten nicht mehr wirklich weiter. Es stand das einschläfern im Raum, weil er sich sehr quälte. Ich konnte es kaum ertragen ihn so zu sehen. Da er Koliker und Magengeschwürpatient ist fielen viele Zusatzmittel wegen Teufelskralle und Ingwer weg. Auch verträgt er keine Schmerzmittel und reagiert sofort mit Kolik.
Durch einen großen Zufall kam ich dann in der Facebook Gruppe „Arthrose bei Pferden“ auf das Futtermittel Lamin Forte von St. Hippolyth. Es passte für den Magen und die Berichte dort klangen vielversprechend. Also bestellte ich es als letzte Hoffnung. Er bekam bei Rund 600 kg zu seinem getreidefreien Müsli täglich 100 gr Lamin Forte und fraß es sogar pur, obwohl er sonst eher mäkelig ist. Nach 3 Tagen wurde er wacher, nahm wieder am Leben teil und fraß wieder besser. Nach 4 Tagen raste er über den Paddock und war nicht mehr wieder zu erkennen.
Nach ca. 2 Wochen habe ich das Lamin Forte dann auf 80 gr täglich runter gefahren, weil er so munter war, dass spazieren gehen oder ihn raus bringen langsam gefährlich wurde. Über den Sommer habe ich es komplett weg gelassen.
Mittlerweile füttere ich es nur noch, wenn ich merke er tut sich wieder mit dem Laufen schwer und nach ein paar Tagen geht es dann meistens wieder. Ich kann sogar mittlerweile wieder kleine Schrittrunden reiten und er geht dabei zügig voran.
Lamin Forte hat ihm definitiv das Leben gerettet und ich bin froh, dass es die Gruppen bei Facebook gibt.

Arthrose Danny
Der 11-jährige Tinker Danny, der mit 10 die Diagnose Arthrose bekam

Yvonne und Danny (11), Arthrose im Sprunggelenk
Arthrose. Etwas womit Danny und ich lernen mussten zu leben. Aber von vorn.
Im Herbst 2018 war Danny aus dem nichts hinten links lahm. Ich rief die Tierärztin an und sagte ihr sofort, wenn sie sich nicht sicher ist, fahre ich ihn in die Klinik. Zwei Tage später hatten wir einen Termin in der Pferdeklinik Müggenhausen bei der Cheftierärztin der Orthopädie.
Beim Vortraben an der Longe bestätigte sich hinten links und nach der Beugeprobe, die vermehrt auf das Sprunggelenk ging, konnte er kaum noch laufen. Das Sprunggelenk wurde abgespritzt und nach einer Wartezeit ging es wieder an die Longe. Was macht das doofe Pony?! Fängt an auch hinten rechts lahm zu gehen.
Vollkommen deprimiert ging es zum Röntgen. Auf beiden Hinterbeinen lahm? Die Auswertung ergab, dass Danny tinkertypisch „zu viel Knochen“ in den Sprunggelenken gebildet hat, was zu Reibungen, Entzündungen und in letzter Konsequenz zu Arthrose geführt hat. Es war ein Schock. Mein Schlumpf war grade mal 10 Jahre alt und sollte schon Arthrose haben?
Danny blieb für eine Cortison Injektion 3 weitere Tage in der Klinik. Bei seiner Entlassung gab es einen Trainingsplan und weitere Therapiemöglichkeiten wurden besprochen. Erstmal standen viele Schrittspaziergänge auf dem Plan. Fütterungstechnisch bekam Danny neben den Entzündungshemmern aus der Klinik das MobiCare von Natural Horse Care. Obwohl Danny sehr wählerisch ist, frisst er das Pulver seit über einem Jahr problemlos mit. Ich feuchte es etwas an, aber nur damit er es nicht aus der Schüssel pustet. Er bekommt es in niedriger Dosierung dauerhaft gefüttert. So lassen wir uns einfach noch ein wenig Luft nach oben.
Neben der Fütterung hat Danny zur äußeren Behandlung die Sprunggelenkschoner von Back On Track, eine Magnetfeldmatte und die glatte Faszienrolle von Die gesunde Rollkur. Es fördert die Durchblutung in den betroffenen Stellen und sorgt dafür, dass die gefütterten Zusätze noch besser ankommen. Im April diesen Jahres waren wir zur Kontrolle in der Klinik und die Tierärztin war begeistert von seinen Röntgenbildern. Nur zu seinem Trainingszustand gab es Kritik. Im Herbst war er zwar lahm, aber ein sportliches Pony. Obwohl er wieder fit war, ritt ich ihn in der ganzen Zeit wie ein rohes Ei. Die Tierärztin hat mir ordentlich den Kopf gewaschen und geraten ihn wieder vernünftig anzuschieben, damit er wieder an Muskulatur zulegt.
Im Gegensatz zu früher hat er keinen Tag mehr richtig frei, sondern sein freier Tag besteht aus einem mindestens 30minütigen Spaziergang. Er steht zwar im Offenstall, aber mir ist wichtig, dass einmal am Tag die Gelenke dennoch richtig „geschmiert“ werden. Bei jedem Training läuft mein Timer, damit ich immer mindestens 20-25min Schritt zum warm werden einbaue. Zudem hat er regelmäßige Checks bei seiner Osteopathin. Bedingt durch seinen kurzen Rücken in Kombination mit dem Spat neigt er zu Blockaden im Lendenwirbelbereich. Dank ihrer Behandlungen in Zusammenwirkung mit der Magnetfeldmatte und den Faszienrollen haben wir das gut im Griff. In dieser Kombination ist Danny seit über einem Jahr komplett lahmfrei ohne einen erneuten Schub. Er steht wieder voll im Training und hat Spaß an der Arbeit. Auch bei nasskaltem Wetter zeigt er keinerlei Probleme. Ich hoffe, dass es noch lange so bleibt.

Marie und Paco (24), Arthrose Vorderfußwurzelgelenk:
Ich habe vor fast 5 Jahren mein damaliges Pflegepferd von meiner Reitlehrerin gekauft und bereits damals war er schon 19 Jahre alt und hatte einige Probleme.
Mit der Zeit bekam mein Paco dann immer mehr Probleme und Athrose in seinem rechten Vorderbein, sodass er es kaum noch knicken konnte und Hufe geben zu seinem persönlichen Albtraum wurde. Auch ist er immer häufiger nach dem wälzen nicht mehr hochgekommen, weil im Bein einfach die Kraft gefehlt hat.
Wir haben uns dann ein bisschen belesen und sind auf die Grünlippmuschel gestoßen. Also haben wir uns einfach mal einen Eimer von AniForte bestellt. Auf den ersten Blick wirkt es recht teuer, aber da man lediglich eine sehr kleine Menge benötigt reicht der Eimer gefühlt ewig. Außerdem was macht man nicht alles für das Lieblingspony ;). Seit einem Jahr ungefähr bekommt er das nun und isst trotz für mich sehr unangenehmen Geruchs nach Fisch auch immer sein Futter auf. Was mich sehr wundert wenn ich ehrlich bin.
Dann haben wir vor ein paar Wochen nach einem Ostheopathen-Besuch erfahren wie schlimm seine Athrose im Vorderfußwurzelgelenk wirklich ist und wie unangenehm das sein muss. Also haben wir uns nach weiteren Hilfsmitteln umgesehen und sind auf den Karpalgelenkschoner von Back on Track gestoßen. Den zieht er jetzt immer vor der Arbeit für ungefähr 2 Stunden an und trägt ihn auch beim Schritt laufen in der Halle oder bei Schritt Spaziergängen. Ich habe das Gefühl, dass ihm das super gut hilft. Sein Beinchen gibt er beim Hufe auskratzen nun auch wieder ohne zu meckern und auch der Trab und Galopp macht ihm wieder deutlich mehr Spaß. Er ist einfach wirklich freudig bei der Arbeit. Auch sein Gangbild hat sich deutlich verbessern. Man merkt auch total, dass es unter dem Schoner richtig angenehm warm wird. Wir werden die Zeit, die er den Schoner trägt auf jeden Fall jetzt langsam verlängern. Ich glaube der wärmende Schoner ist im Winter einfach super angenehm für ihn und wir werden uns auf jeden Fall auch noch um einen Schoner für das andere Vorderbein kümmern.

Laura und Ruby (8), Arthrose in den Beinen
Meine Appaloosa-Araber Mix Stute Ruby ist inzwischen fast 8 Jahre jung hat ihre Arthrose Diagnose im Sommer 2015 nach mehreren Monaten unklarer Lahmheiten gerade so 3-jährig erhalten. Zu diesem Zeitpunkt waren nur die Huf-, Kron- und Fesselgelenke beider Vorderbeine betroffen, in den letzten Jahren sind auch dieselben Gelenke an den Hinterbeinen hinzugekommen. Zusätzlich gibt es andere Arthrose-verdächtige Gelenke und eine Vielzahl weiterer Diagnosen, was sie wohl zu einem sehr untypischen Fall macht.
Behandelt habe ich Ruby –abgesehen vom Einspritzen in besonders akuten Phasen- vorrangig mit Kräutern und den homöopathischen Komplexmitteln Traumeel und Zeel. Zusätzlich nutze ich die Back on Track Stallgamaschen sehr gern.
Traumeel und Zeel werden im täglichen Wechsel verabreicht, wobei es sehr viele Möglichkeiten gibt. In Tablettenform können sie direkt gefüttert oder in Wasser gelöst gegeben werden, die Injektionslösung kann sowohl intravenös, intramuskulär oder subkutan gegeben werden. Ruby frisst es ohne Probleme und die Wirkung setzte bei uns bisher auch immer innerhalb weniger Tage ein. Ich persönlich gebe es primär als Kur, wobei ich die Produktkombination auch als Dauergabe kenne.
Ansonsten mische ich meine Kräuter meist selbst, da Ruby kein typisches Arthrosepferd ist und ich somit auch mehrere ihrer Baustellen zeitglich abdecken kann, was bei den meisten käuflichen Mischungen nicht möglich ist, wobei es da ja auch wirklich gute gibt. Zur akuten Schmerzlinderung nutze ich gerne Teufelskralle, wobei ich diese aufkoche und damit dann das eigentliche Futter ansetze, damit auch wirklich alle Wirkstoffe im Pferd landen. Teufelskralle nutze ich nur als Kur, um den Magen zu schonen. Zur längerfristigen Schmerzlinderung eignet sich Weidenrinde gut, ansonsten nutze ich gerne Brennnessel, Schachtelhalm und Löwenzahn. Ruby frisst alles ohne zu meckern, wobei sie auch eher zur Marke Allesfresser zählt.
Ansonsten ist Weihrauch auch ein wunderbares Produkt. Da das selbst schwer zu verarbeiten ist nutze ich dafür das Produkt ArthroCheval von PlantaVet und war immer sehr zufrieden damit.
Das Kräuter selbst mischen kann ich nicht per se empfehlen, da es wirklich gute Mischungen zu kaufen gibt und man auch einiges beachten sollte, aber ich habe eine Apothekerin an der Seite und auch unsere Tierärzte unterstützen uns wo immer sie können.
Alles in allem kann man Ruby wohl wegen der Vielzahl an vielfältigen Diagnosen und Baustellen kaum als typisches Arthrosepferd betrachten. Entsprechend ist das auch nicht unser Hauptthema und ich kann sie auch gar nicht immer nur dahingehend unterstützen.
Nichtsdestotrotz macht die Kleine sich sehr gut, wenn man bedenkt, dass wir bereits vor vier Jahren die ersten Male darüber gesprochen haben sie zu erlösen. Ich hoffe dementsprechend, dass Ruby sich weiterhin so gut macht und ich dieses freundliche, fröhliche Pferd noch einige Jahre begleiten darf, auch wenn aktuell noch so einiges im Raum steht, was das doch deutlich erschweren könnte…

Arthrose Bubi
Bubi bekam mit 8 Jahren Arthrose im Fessel- und Sprunggelenk diagnostiziert

Bubi (11) und Harm (17), Arthrose Fessel- und Sprunggelenk
Unsere Geschichte beginnt im August 2016. Bubi war zu dem Zeitpunkt 8 Jahre alt, Harm 14 und ich 23. Kurzes Drumherum: ich arbeite mit den Friesen seit 2013 zusammen, so als Mädchen für alles. Bubi ist der absolute Spätzünder in Allem, aber mit sehr guter Veranlagung. Harm, der Senior, ist an sich das besser ausgebildete Pferd mit dem „Mehr“ ging. Der hat sich aber leider im Winter 2015/2016 durch einen Unfall auf der Hangkoppel Kreuzband und Meniskus angerissen. Die Tierarztpraxis unseres Vertrauens hat ihn operiert, Genesungsaussichten sind bei so einer Verletzung eher mittel, wie gut/lahmfrei er wieder wird war fraglich. Harm hat seit der OP dauerhaft das Magnokollagen von IWest zur Unterstützung bekommen (20g/Tag).
Es fing damit an, dass Bubi eines schönen Sommertages mit einem wirklich dicken Fesselgelenk hinten links von der Hangkoppel kam. Tierarzt angerufen (leider konnte die Praxis die Harm operiert hat nicht), ein anderer ist am gleichen Tag noch vorbeigekommen. Bubi war im Schritt unauffällig, im Trab stocklahm. Also hat der TA geschallt, aber kein Ergebnis, weil bei Friesen die Haut so dick ist. Also Fuß bandagiert, keine richtige Diagnose gestellt, TA kommt die Tage wieder wenn’s keine Besserung gibt. Pferd Boxenruhe. Es wurde nicht besser. Dieser TA kam dann insgesamt über mehrere Wochen 5(!!!) mal zum Ultraschall, um nichts sehen zu können und keine Diagnose zu stellen. Dann kam er auf die Idee zu Röntgen (ich ärger mich bis heute, warum ich nicht schon viel früher danach gefragt hab, aber man vertraut dem TA ja ziemlich blauäugig). Dann kam der erste Knaller. Fesselgelenk voll mit Arthrose. Bubi einen Tag später in den Hänger gepackt und in die Klinik gefahren, die Harm damals operiert haben, um eine komplette Diagnose zu erstellen (da danke ich den Pferdebesitzern ohne Ende, dass keine Mühe für das Wohl der Pferde gescheut wird). Die haben dann nochmal geröntgt: Fessel und Sprunggelenk links. Da kam dann der zweite Knaller – auch im Sprunggelenk Arthrose. Die Aussicht zwei Frührentner im Stall zu haben war gelinde gesagt deprimierend.
Bubi wurde dann mit Hyaluronsäure gespritzt, damit die Entzündung gehemmt wird und das Gelenk endlich abschwellen kann und wir durften zu Hause Schritt führen. Er hat dann ziemlich schnell als Zusatzfuttermittel auch das Magnokollagen und das Magnoarthro von IWest mit jeweils 20g/Tag bekommen. Harm hat zur Einfachheit beim Füttern auch das Magnoartho mit dazu gekriegt. Sie fressen das seitdem genauso bis heute, also schon über 3 Jahre. Ich denke die Arthrose kam von jeden Tag Hangkoppel mit ziemlicher Steigung über 1 Jahr lang. Bubi wurde dann über Monate mehrfach gespritzt, es hat ewig gedauert bis das Gelenk wieder „normal“ war. Wir durften dann im Frühjahr 2017 wieder mehr machen, aber mit dem Gedanke von Überbelastung im Hinterkopf sind wir leider in eine blöde Schleife von Schon-Haltung und dadurch Probleme im Rücken gekommen. Dazu kam dann noch viel Pech mit dem Training hinzu, aber seit diesem Sommer geht es wirklich wieder richtig bergauf. Beide Pferde laufen super stabil, alle Gangarten sind lahmfrei. Bubi (jetzt 11) hatte keinen einzigen Arthrose Schub mehr, Harm (17) hat immer noch nur minimal Arthrose seinem Alter entsprechend. Ich klopfe mal ganz fest aufs Holz. Das Zeug von IWest ist teuer ohne Frage, aber in unserem Fall hat es wirklich geholfen. Beide Mittel sind in Pulverform, die Pferde fressen es problemlos mit dem Kraftfutter mit, aber man kann es auch ins Mash mixen. Mein Fazit: Nie wieder Hangkoppeln, frühzeitige Diagnosen sind gold wert und das Zusatzfutter ist absolut empfehlenswert.

Sabrina und Joereeddun (26), Arthrose Fesselgelenk
Auch wir haben mir Arthrose zu kämpfen. Die Diagnose erhielten wir als er 17 Jahre war und vorne laufend gestolpert ist und hinten links immer wieder lahm ging. Nach ausführlichem Röntgen stand fest, beginnende Arthrose und ein freier Gelenkchip im Fesselgelenk hinten links. Also ab in die Klinik,dort wurden weitere Untersuchungen gemacht und es fand sich noch eine Verkalkung im Kniegelenk hinten links.
Nach der OP am Fesselgelenk war natürlich erst mal Pause angesagt. 8 Wochen nach der OP wurde direkt ins Gelenk Hyaluronsäure gespritzt. Bereits da haben wir begonnen täglich 1 Esslöffel reine Teufelskralle (getrocknet und geschnitten) zu füttern, was das Stolpern deutlich verbessert hat. Nach einer akuten Niereninsuffizienz haben wir das Futter auf komplett getreidefrei umgestellt, hier war dann nochmals eine Verbesserung zu spüren. Mit 22 traten dann immer wieder Lahmheiten hinten links auf, die Diagnostik aller Beine zeigte super Gelenke. Ich lasse immer alle Beine untersuchen, denn oft kommen die Symptome von einer Fehlhaltung oder -belastung aufgrund Schmerzen in den anderen Gliedmaßen! Ja die Arthrose ist vorhanden aber nicht massiv, somit haben wir da mit MSM begonnen und das Excellent Equiflex HA Liquid mit täglich 30 ml zu füttern. Im Winter füttere ich das Mobi-Akut von Lexa mit 40g täglich. Der Grund für zwei verschiedene MSM Mittel ist ganz einfach. Im Sommer reicht ihm die niedrigere Dosierung des Liquid. Dieses würde im Winter im Stall gefrieren und er braucht erfahrungsgemäß in der nasskalten Jahreszeit etwas mehr, darum gibt es in dieser Zeit dann das Produkt von Lexa.
Diese zwei Zusatzfutter werden sehr gut und gerne genommen.
Nebenbei bekommt er kurweise Kräuter für den Stoffwechsel. Weiterhin waren die Beine ab Herbst 2016 bis Frühjahr 2019 (ausgenommen im Sommer) 24 Stunden in den Fedimax Stallgamaschen eingepackt. Seit Herbst 2019 haben wir auf die Buckenthal ́s Stallgamaschen umgestellt, diese sind ebenfalls 24 Stunden an den Beinen. Joe lebt in einer großen Box (3×6 Meter) mit großem Paddock (4×8 Meter), dort kann er sich 365 Tage im Jahr 24 Stunden bewegen wie es ihm gut tut. Somit ist er auch jetzt noch mit fast 27 reitbar und hüpft teilweise wie ein Flummi über die Koppel.

Quarter Horse Stute (22), Arthrose Vorderbeine
Ich habe auch ein Arthrose-Pflegepferdchen: Eine 22-jährige Quarter Horse Stute, die eine ziemlich schlechte Vergangenheit hinter sich hat und dadurch leider auch das ein oder andere körperliche Problem mit sich trägt, wie eben auch die Arthrose. Die Arthrose befindet sich im Vorderbein, vermutlich inzwischen aber nicht mehr nur dort. Man muss dazu sagen, dass diese bei ihr leider inzwischen in einem relativ fortgeschritten Stadium ist. Mit Kälte hat sie sehr zu kämpfen, sodass wir letzten Winter schon große Probleme hatten, weil sie nahezu gar nicht mehr laufen konnte. Diagnostiziert wurde die Arthrose erstmals auf einem Röntgenbild vor ca. 8 Jahren. Bis vor knapp 2 Jahren lief sie noch im Schulbetrieb, seit ich mich um sie kümmere, wird sie eigentlich auch nur noch von mir bewegt. Jahrelang hat die Arthrose keinerlei Probleme gemacht, dann merkte man zunächst nur, dass sie bei Kälte längere Einlaufzeit braucht, inzwischen läuft sie tageweise lahm. Wir gehen vor allem spazieren oder ausreiten, in der Halle reiten wir nur ab und zu, aber so toll ist das für ihre Füßchen einfach nicht mehr. So viel zur Vorgeschichte.
Nun dazu, was wir füttern. Sie bekommt täglich Kräuter für die Gelenke, bestehend aus Weiderinde, Mädesüßkraut, Brennnessel, Teufelskralle, Ackerschachtelhalm, Hagebuttenschalen. Da kann ich nur sagen, die helfen ihr super (wobei Teufelskralle und Weiderinde ja wie ein natürliches Schmerzmittel wirken, aber das braucht sie eben auch einfach…) Zweimal die Woche gibt’s Hagebuttenpulver extra (die Dame frisst leider keine ganzen Hagebutten), da Hagebutte sowohl für die Gelenke als auch fürs Immunsystem gut sind. Außerdem gibt’s ein- bis zweimal die Woche (relativ niedrig dosiert) Hanföl und Leinöl, weil ja auch Leinöl entzündungshemmend wirken kann. Einmal die Woche gibt’s noch einen Bewegungssaft (ähnlich der Gelenkkräuter) dazu. Das alles bekommt sie dauerhaft, aber eben nur die Gelenkkräuter täglich. Vielleicht werden wir das Ganze auf den Sommer auch wieder ein wenig reduzieren.
Seit ich ihr das füttere, merkt man, dass sie unbeschwerter laufen kann. Sie hat wieder viel mehr Energie, vermutlich weil sie die Schmerzen nicht ganz so arg spürt.
Das derzeitige Zusatzfutter akzeptiert sie mittlerweile ganz gut nach einiger Eingewöhnungszeit. Die Gelenkkräuter frisst sie jeden Abend mit ihrem Kraftfutter, alles andere gibt es mit einer Hand voll Mash/Heucobs.
Ausprobiert habe ich außerdem schon Grünlippmuschelpulver, allerdings zeigte dies bei uns wenig Wirkung, war meiner Meinung nach extrem überteuert, wenn man es auf die angegebene Pferdemenge verfüttert hat und in meinen Augen außerdem dem Lebewesen Muschel gegenüber nicht fair. Dazu kommt aber das größte Problem: Meine wählerische Dame, die das Zeug auch in niedrigen Dosen ums Verrecken nicht gefressen hat wegen dem unglaublich starken Fisch-Gestank…
MSM haben wir auch, von der Osteopathin empfohlen. Bisher allerdings noch nicht angerührt, weil ich „Natürliches“ gegenüber „Chemischem“ bevorzuge. Allerdings versuchen wir es aufgrund der aktuellen Lahmheit wohl doch mal zusätzlich.
Letzten Winter, wo es ganz schlimm war, hat sie auch noch Zeel bzw. wo sie fast gar nicht mehr laufen konnte dann kurweise Traumeel und Metacam bekommen. Hoffen wir, dass wir es diesen Winter nicht brauchen…
Ingwer wurde uns auch empfohlen, habe ich mich bisher aber aufgrund der Schärfe, der Wirkung auf den Magen und dem wählerischen Pferd noch nicht drangetraut…
Das mag jetzt vielleicht alles schlimm klingen, aber ich möchte dazu sagen, dass meine Dame ihr Leben immer noch liebt. Im Sommer läuft sie eigentlich komplett lahmfrei, muss sich nur ein bisschen länger einlaufen. Letzten Winter war es das erste Mal so richtig schlimm, da haben wir wirklich selbst überlegt, ob das noch ein Leben für ein Bewegungstier ist. Am nächsten Tag ist sie wild buckelnd über die Koppel gejagt und hat uns damit gezeigt, dass sie will. Damit dass sie im Winter kaum reitbar ist, komme ich klar. Spazierengehen und Bodenarbeit liebt sie, da läuft sie auch um einiges besser. Sie liebt es über die Koppel zu fetzen (auch wenn sie es manchmal danach ein bisschen bereut) und sie liebt es im Schritt durchs Gelände zu bummeln, egal ob neben oder unter mir.

 

Ich möchte mich noch mal bei allen bedanken, die ihre Geschichten zur Verfügung gestellt haben. Es ist denke ich immer ein schönes Gefühl zu wissen, dass man nicht alleine ist. Wenn wir mit dem Beitrag einigen Menschen helfen können, haben wir schon viel erreicht. Vielleicht hat jemand die Diagnose erst ganz neu bekommen und steht am Anfang seines Weges. Oder jemand steht vor einem vermeintlich aussichtslosen Ende und wendet es doch noch zum Guten, wie es oben ja auch passiert ist. Die verschiedenen Geschichten geben denke ich viele verschiedene Anregungen, wodurch jeder etwas Passendes für sein Pferd finden sollte.
Teilt gerne den Beitrag oder schickt den Link jemanden der vielleicht einfach etwas Mut braucht. Ich denke auch das vermitteln die Geschichten und ich bin selbst wirklich begeistert was da so zusammen kam.

 

Zum weiterlesen:
Diagnose Arthrose
Ewalia Bewegungssaft bei Arthrose

 


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