Arthrose – Fütterung und Training

Wie bereits angekündigt war nach der Diagnose klar, dass ich einiges ändern werde. Das betrifft in unserem Fall vor allem die Fütterung und das Training. Unsere Haltung ist so, dass es keinen Anlass für Änderungen gibt. Deswegen bleibt da alles wie es ist. Heißt Blue steht das ganze Jahr über auf einer großen Weiden mit Unterstand. Im Winter ist die Weide etwas kleiner als im Sommer, aber immer noch groß genug um sich ausgiebig zu bewegen. Die Einstreu im Winter ist so, dass es schön weich ist und Blue entsprechend angenehm liegen und stehen kann. Im Sommer nutzen sie den Unterstand nur selten, daher ist dieser nicht eingestreut. Da liegen sie nämlich lieber auf der Wiese.

Fütterung

Arthrose Fütterung
Die erste Veränderung war natürlich das Zusatzfutter. Unsere Tierärztin hat uns hierfür Futter von iWEST empfohlen. Sie hat bereits sehr gute Erfahrungen damit gemacht, da es den Pferden die sie betreut anschließend viel besser ging. Deswegen habe ich nach der Diagnose direkt bei iWEST angerufen. Ich schilderte die Problematik, machte einige Angaben zu Blue und lies mich entsprechend beraten. Die Dame am Telefon war echt nett, hat mir viel erklärt und auch berechnet was für eine Menge sinnvoll ist. Für uns kam das Magnoarthro und Magnokollagen in Frage. Beide Pulver kann man auch zusammen füttern, nur die Menge verändert sich dann etwas. Toll fand ich, dass die Firma Futterproben verschickt. Blue ist zum einen sehr wählerisch und zum anderen hört man ja oft, dass Arthrosemittel nicht immer so leicht ins Pferd zu bekommen sind. Die Futterprobe kam schnell an und das Kollagen wurde ohne Probleme direkt gefressen. Nur das Magnoarthro bekam ich trotz geringer Menge nicht ins Pferd. Vielleicht werde ich es bei Gelegenheit noch mal versuchen, aber so haben wir erst mal mit dem Magnokollagen angefangen. Bärli, die dieses Jahr erstmals auch ziemliche Probleme mit Arthrose hat, hat ähnlich reagiert. Natürlich kann man mit Apfelsaft usw. nachhelfen, aber ich möchte Blue ungern täglich etwas zumischen wo z.B. zusätzlich Zucker drinnen ist. Nachdem die Futterproben verfüttert waren, hatte iWEST auch eine 10% Aktion. Da haben meine Mutter und ich dann zusammen den 10kg Eimer bestellt. Das Magnokollagen soll man mindestens 3 Monate lang füttern. In den ersten 3 Wochen wird etwas mehr gefüttert, danach verringert sich die Menge. Vermutlich bekommen Blue und Bärli das Magnokollagen zumindest über den Herbst/Winter dauerhaft gefüttert. Es ist immerhin die kritische Zeit was Arthrose betrifft. Neben der Empfehlung meiner Tierärztin habe ich jetzt auch schon mehrfach im Bekanntenkreis oder im Internet gelesen, dass viele sehr zufrieden mit iWEST sind. Ich bin gespannt was für Veränderungen wir feststellen.
Ansonsten bekommt Blue weiterhin im Herbst den Bewegungssaft von Ewalia als Kur. Der hat uns in den letzten Jahren sehr geholfen und deswegen bekommt er ihn auch weiterhin.
Beides in Kombination (Ewalia Saft + Magnokollagen) hat uns dieses Jahr sehr geholfen und Blue kam richtig gut durch die kritische Zeit. Ich bin damit sehr zufrieden und auch Bärli geht es viel besser. Interessant war jedoch die Tatsache, dass das Mittel bei Bärli (die deutlich mehr Probleme als Blue hat und älter ist) viel länger gebraucht hat um zu wirken. Blue wurde nach ca. 3 Wochen lauffreudiger und Bärli lief nach ca. 5 Wochen besser. Man muss dem ganzen also auch etwas Zeit geben.

Training

Arthrose TrainingEin weiterer Punkt ist das Training. Eine lange Aufwärmphase im Schritt von 20-30min gehört bei uns eigentlich schon immer dazu. Obwohl Blue natürlich nie so „kalt“ ist wie z.B. ein Boxenpferd ist das für mich normal. Blues Probleme sind noch nicht extrem, weswegen wir keine Einschränkungen von der Tierärztin bekommen haben. Trotzdem wird das springen mehr oder weniger komplett aus dem Trainingsplan verschwinden. Mit Stangen am Boden werden wir auch weiterhin arbeiten und je nachdem wie er drauf ist, machen wir im Sommer mal den einen oder anderen Gymnastiksprung (Cavalettihöhe). Außerdem werde ich deutlich seltener/weniger longieren. Stattdessen möchte ich vermehrt am Langzügel arbeiten und spazieren gehen. Bei einem Spaziergang kann man ja auch an der Hand arbeiten (Seitengänge etc.) und die Handarbeit begleitet uns sowieso weiterhin. Bloß enge Wendungen möchte ich reduzieren, vor allem im Winter. Somit wird das Training für Blue angepasst.
Man muss dazu sagen, dass im Winter die schwerste Zeit für uns ist. Hier merkte ich in den vergangen Jahren schon immer eine leichte Verschlechterung.
Und auch wenn es sicherlich für mich die schwerste Entscheidung ist, so werde ich bei den zirzensischen Lektionen auch etwas ändern. Nach wie vor werden Lektionen nur abgerufen, wenn Blue warm ist – sprich mindestens 20min Schritt vorher gelaufen ist. Außerdem werde ich das Steigen nicht mehr so oft abrufen. Da habe ich einfach das Gefühl, dass das je nach Jahreszeit etwas unangenehm für ihn ist. Vor allem im Winter werde ich vermutlich fast komplett darauf verzichten, außer ich merke er hat einen guten Tag und Lust da drauf. Obwohl ich ein Fan davon bin Lektionen beidseitig abzurufen, so werde ich das Kompliment auf der Seite, wo er mit dem Arthrosebein am Boden liegt einstellen. Das war schon immer seine schlechtere Seite und ich könnte mir vorstellen, dass das eventuell etwas unangenehm für ihn ist. Deswegen wird das nun komplett wegfallen und wir machen das nur noch einseitig.
Liegen tut er nach wie vor gerne und so bleibt uns zumindest unsere Lieblingsbeschäftigung erhalten. Der Spanische Schritt ist ebenfalls unproblematisch.
Ein Punkt den ich ja schon angesprochen habe ist die Tagesverfassung. Blue durfte schon immer viel mitbestimmen und wenn ich gemerkt habe er hat z.B. aufs Reiten keine Lust, dann habe ich mich auch schon mal spontan um entschieden. So werde ich es auch weiterhin machen. Bei einem Arthrosepferd kann sich die Verfassung täglich ändern, je nachdem wie auch das Wetter ist. Wie bereits erwähnt ist es für mich eine große Umstellung mit Blue spazieren zu gehen, obwohl er anfangs nicht so richtig laufen will. Es gibt dann zwar so nach 20-30min einen Punkt wo sich das ganze ändert, aber es ist schon komisch ein Pferd, was vielleicht am Anfang nicht 100%ig klar läuft, zu bewegen. Hier ist halt ein bisschen Feingefühl gefragt und man muss täglich neu entscheiden. Denn auch wenn Blue Arthrose hat, so kann er sich ja trotzdem mal verletzen, weswegen eine Lahmheit andere Ursachen haben kann. Da Blue aber normal sehr deutlich mit mir kommuniziert, bin ich zuversichtlich, dass ich das jeweils richtig deuten kann.

So viel zum Thema Fütterung und Training. Ich weiß, dass es Leute gibt, die der Meinung sind es braucht kein Zusatzfutter, genug Bewegung reicht. Diese Meinung teile ich nicht so ganz, denn ich habe einfach die Erfahrung gemacht, dass man mit einem passenden Futter das Pferd (die Gelenke) noch besser unterstützen kann. Klar sollte genug Bewegung das A und O sein. Aber mit Bärli haben wir z.B. ein Pferd, wo die Bewegung nichts gebracht hat. Wir hatten eher das Gefühl es wird dadurch noch schmerzhafter für sie. Da muss man eben gucken in welchem Stadium das Pferd ist. So ist eben Arthrose. Arthrose kann so unterschiedlich sein und was bei einem Pferd gut klappt, kann für ein anderes total kontraproduktiv sein. Letztendlich hilft nur ausprobieren und auf sein Pferd hören.

Zum weiterlesen:
Einstreu-Test: HumuSana von PeerConcept
Blue’s Fütterung
Diagnose Arthrose
Ewalia Bewegungssaft bei Arthrose


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